Die konzeptionelle LLUA#
Inhalt
Es wird skizziert, aus welchen Tätigkeitsbereichen eine LLUA konzeptionell besteht und welche groben Anforderungen Veranstaltende und Teilnehmende an diese Bereiche haben könnten. Außerdem wird beschrieben, wie die Veranstaltenden und Teilnehmenden in diesen Tätigkeitsbereichen prinzipiell von einer LLUA unterstützt werden können.
Skizze und grobe Anforderungen#
Eine, nach dem Vorbild dieses Rahmenwerks entworfene, LLUA besteht auf der obersten Ebene aus vier Tätigkeitsbereichen, die Cluster genannt werden. Planung & Durchführung, Kommunikation & Kollaboration, Analyse und Reflexion. Diese bestehen jeweils aus einzelnen Modulen.
Hinweis
Für die detaillierte Erhebung der Herausforderungen und Definition der Anforderungen, wird an dieser Stelle auf die Dissertation von Dennis Schmitz verwiesen.
In der folgenden Grafik sind die Cluster einer LLUA mit Beispielen möglicher Anwendungsfälle dargestellt. Im Anschluss sind die einzelnen Cluster genauer beschrieben.
Planung & Durchführung#
Die Veranstaltenden und Teilnehmenden wünschen eine umfangreiche Unterstützung in der Planung sowie Koordination ihrer Tätigkeiten und Materialien. Diese Unterstützung kann von der LLUA z. B. durch die Bereitstellung der Möglichkeiten zur einheitlichen Verwaltung von Tätigkeiten, Arbeitszeiten, Materialien und Ergebnissen geboten werden. Um die Anzahl der Kontextwechsel beim Arbeiten möglichst gering zu halten, werden diese Funktionen durch möglichst wenige unterschiedliche Werkzeuge bereitgestellt. Darüber hinaus lassen sich diese Werkzeuge miteinander integrieren, sodass z. B. Verweise zwischen Ergebnissen und Tätigkeiten oder zwischen Aufgaben und Lernmaterialien ermöglicht werden.
Kommunikation & Kollaboration#
Das Spektrum an unterschiedlichen Kommunikationsformen in einer praktischen Lehrveranstaltung ist groß. Diese Formen können direkte, nicht-direkte, synchrone sowie asynchrone Kommunikation beinhalten und zu verschiedenen Zwecken eingesetzt werden. Eine LLUA unterstützt diese Kommunikationsformen durch geeignete Werkzeuge, die sich von den agierenden Personen sowohl in der Präsenzlehre als auch in der Fernlehre einsetzen lassen. Im Fokus stehen dabei der Austausch und das Persistieren von Informationen, das Tätigen von Absprachen sowie das Stellen und Beantworten von Fragen.
Die Kollaboration in praktischen Lehrveranstaltungen ist besonders in der Fernlehre eine nicht zu unterschätzende Herausforderung, die von einer LLUA adressiert werden sollte. Die räumliche Verteilung der Personen erfordert z. B. einen Sprach-Chat und eine Bildschirmübertragung, um eine ähnliche Situation, wie in der Präsenzlehre herzustellen. Zusätzlich sollte eine E-Mail-Kommunikation ermöglicht werden. Das einheitliche Austauschen von Daten, die erzeugt werden oder mit denen gearbeitet wird, ist nicht nur in der verteilten Kollaboration eine Voraussetzung für eine effektive Zusammenarbeit, sondern auch in der Präsenzlehre eine wünschenswerte Funktion der technischen Umgebung. Nur so können Arbeitsstände geteilt oder übergeben und andere Personen dazu befähigt werden, die gemeinsame Arbeit fortzusetzen. Umgebungen, die einen virtuellen Mehrbenutzerbetrieb realisieren, sind z. B. für das gemeinsame Verfassen von Dokumentationen eine hilfreiche Ergänzung.
Analyse#
Die Analyse von Fakten, Strukturen und Verhalten ist die Grundlage für die Förderung der Reflexion (siehe unten). Eine LLUA bietet Möglichkeiten an, um Daten über die zu analysierenden Konzepte aufzuzeichnen. Dazu zählen z. B. die Tätigkeiten selbst, aber auch die Eigenschaften der Tätigkeiten, wie z. B. von wem sie erstellt wurde, wer die Tätigkeit durchgeführt hat und wie viel Zeit dafür benötigt wurde. Außerdem werden von einer LLUA Werkzeuge bereitgestellt, mithilfe derer die Daten analysiert, vorverarbeitet und visualisiert werden können. Zu diesem Zweck wird der gesamte Datenanalyseprozess abgedeckt und teilweise automatisiert.
Reflexion#
Die Veranstaltenden und Teilnehmenden wollen in der Reflexion ihrer Tätigkeiten, des Arbeitsaufwands und der Arbeitsprozesse sowie der anderen Personen unterstützt werden. Eine LLUA bietet einen geeignet aufbereiteten Überblick der Tätigkeiten und Arbeitszeiten sowie der Prozesse der einzelnen Personen und kooperativen und kollaborativen Prozesse. Diese Informationen werden zeitnah bereitgestellt und kontinuierlich aktualisiert. Durch aufbereitete Vergleiche der Informationen können Abweichungen identifiziert und so objektive Interpretationen gefördert werden.
Konzeptionelle Werkzeuge zur Unterstützung#
Bevor im nächsten Abschnitt die konkrete Ausprägung der exemplarischen LLUA vorgestellt wird, werden hier die konzeptionellen Komponenten/Werkzeuge aufgeführt, die die einzelnen Tätigkeitsbereiche unterstützen - so zu sagen ein konzeptioneller Technologie Stack. Dieser ist in der folgenden Grafik dargestellt, inkl. der Verortung in den oben eingeführten Clustern einer LLUA.
Hinweis
Für detaillierte Erläuterungen, warum die einzelnen Tätigkeitsbereiche durch solche Werkzeuge unterstützt werden sollten, wird an dieser Stelle auf die Dissertation von Dennis Schmitz verwiesen. Zu Teilen werden die Erläuterungen auch in den hier beschriebenen Clustern Organisation und Kollaboration sowie Datenanalyse gegeben.
Oben links ist ein Webserver platziert, der den Benutzenden die Komponenten für das Projektmanagement, den Informations-/Materialaustausch und der Dokumentation sowie zur Text-/Sprach-Chat und für Bildschirmübertragungen zugänglich macht.
Die Benutzenden authentifizieren sich bei den einzelnen Komponenten, welche wiederum auf einen zentralen Authentifizierungsdienst zugreifen (links).
Um die von den Benutzenden erzeugten Daten zu Analysezwecken aufzubereiten und nutzbar zu machen, werden die Daten verarbeitet (mittig) und dabei in Form einer Datensammlung bereitgestellt (mittig-rechts).
Die Datensammlung sowie die Daten der Komponenten für die Planung & Durchführung sowie die Kommunikation & Kollaboration können mittels einer Datenmanagementkomponente (unten rechts) organisiert und inspiziert werden.
Die Datenanalysekomponente (oben rechts) greift ebenfalls auf die bereitgestellte Datensammlung zu.